Am Forschungszentrum Jülich ist am Montag ein neuartiger, leistungsstarker Quantencomputer zu Forschungszwecken in Betrieb gegangen. Das in Kanada entwickelte System wird Teil der bestehenden Infrastruktur für Quantencomputing in Jülich. Wissenschaftler aus ganz Europa haben damit Zugriff auf einen Maschinenpark mit Rechnern von unterschiedlichen technologischen Reifegraden. Bundesforschungsministerin Birgit Stark-Watzinger (FDP) sprach von einem Quantensprung. «Quantentechnologien können für einen großen Sprung nach vorne sorgen», sagte die Ministerin. Als Anwendungsgebiete nannte sie Modellrechnungen für die Klimaforschung, abhörsichere Kommunikation, das Planen von Verkehrsflüssen in Echtzeit, die Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe oder die Analyse komplexer Vorgänge an Finanzmärkten. Die Ministerin sagte auch, Deutschland und Europa müssten aufholen beim Quantencomputing. Da diese Computer einen vibrationsfreien Standort benötigen, entstand in Jülich extra ein neues Gebäude mit zwei Maschinenhallen. Die Hallen haben besondere Fundamente, die Erschütterungen abfedern. Die Prozessoren müssen außerdem extrem gekühlt werden. «JUNIQ» steht für Jülicher Nutzer-Infrastruktur für Quantencomputing. Das Forschungszentrum liegt westlich von Köln in Nähe des Braunkohletagebaus Hambach. Das Forschungszentrum sprach von Pionierarbeit bei der Entwicklung der Informationstechnologien von morgen. Quantencomputer arbeiten anders und gelten als viel leistungsfähiger als herkömmliche Großrechner. Traditionelle Computer arbeiten mit Bits. Ein Bit kann nur zwei Zustände annehmen: «Eins» und «Null» beziehungsweise «An» und «Aus». Quantencomputer arbeiten dagegen mit Qubits («Quanten-Bits»). Ein Qubit kann nicht nur «Eins» und «Null» darstellen, sondern theoretisch unendlich viele Zustände dazwischen und das gleichzeitig. Hauptforschungsgebiete des Forschungszentrums sind Energie, Information und Bioökonomie. Dort arbeiten derzeit 2669 Wissenschaftlerinnen. Das Forschungszentrum wird zu 90 Prozent von Bund und zu 10 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.Besondere Fundamente federn Erschütterungen ab
Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Start für neuen Quantencomputer am Forschungszentrum Jülich
Die Bundesforschungsministerin spricht von einem Quantensprung. Das Forschungszentrum Jülich selbst spricht angesichts eines neuartigen Rechners von Pionierarbeit bei der Entwicklung der Informationstechnologien von morgen.
Meistgelesene Artikel
- 9. November 2025
SHK- und Elektro-Innung Bielefeld bei den Wärmepumpen-Tagen 2025
Die Energiewende braucht das Handwerk – und unsere SHK-Innung Bielefeld zeigt bei den Wärmepumpen-Tagen, wie moderne...
- 24. November 2025
Youtube-Star Jan Zimmermann von «Gewitter im Kopf» ist tot
Jan Zimmermann klärte mit Humor und Offenheit über das Tourette-Syndrom auf. Nun trauert die Youtube-Szene um den 27-Jährigen.
- 27. November 2025
Assistent/Assistentin der Hauptgeschäftsführung (m/w/d)
Für unsere Geschäftsstelle in Gütersloh suche wir ab sofort Verstärkung.
Neueste Artikel
- 9. Dezember 2025
Ich schenk’ mir was: neuer Trend zum Fest
Vom Tabu zum Wohlfühlfaktor: Weihnachten legt sich rund ein Viertel der Bundesbürger inzwischen auch ein Geschenk für sich selbst auf den Gabentisch. Sagt das etwas über unsere Gesellschaft?
- 9. Dezember 2025
2025 dürfte eines der drei heißesten Jahre werden
Das Klima heizt sich weiter auf, auch wenn 2025 nicht so heiß werden dürfte wie das Vorjahr. In einer Hinsicht könnte es aber einen Negativ-Rekord geben.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Dezember 2025
Ich schenk’ mir was: neuer Trend zum Fest
Vom Tabu zum Wohlfühlfaktor: Weihnachten legt sich rund ein Viertel der Bundesbürger inzwischen auch ein Geschenk für sich selbst auf den Gabentisch. Sagt das etwas über unsere Gesellschaft?
- 9. Dezember 2025
2025 dürfte eines der drei heißesten Jahre werden
Das Klima heizt sich weiter auf, auch wenn 2025 nicht so heiß werden dürfte wie das Vorjahr. In einer Hinsicht könnte es aber einen Negativ-Rekord geben.

