6. April 2024 / Aus aller Welt

Tausende nach Überschwemmungen in Russland evakuiert

In Russland ist durch das beginnende Frühjahrshochwasser ein Damm gebrochen. Die erste Großstadt wurde überschwemmt, der Staatsanwalt ermittelt und neue Überschwemmungen drohen.

Anwohner in der Region Orenburg müssen evakuiert werden, nachdem ein Teil des Staudamms gebrochen war und Überschwemmungen verursacht wurden.
Veröffentlicht am 6. April 2024 um 15:18 Uhr

Wegen schweren Hochwassers und eines Dammbruchs müssen in der Region Orenburg südwestlich des Uralgebirges Tausende Menschen evakuiert werden. «Die Situation entwickelt sich schnell zum schlechteren», sagte der Bürgermeister der besonders schwer betroffenen Großstadt Orsk, Wassili Kosupiza, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Laut Behördenangaben ist ein Damm, der das Hochwasser des Ural-Flusses aufhalten sollte, gebrochen. Mehr als 2400 Häuser sind demnach in der Stadt überflutet worden. Allein in Orsk seien mehr als 2000 Personen evakuiert worden, auch in anderen Ortschaften der Region bringt der Zivilschutz Menschen in Sicherheit.

Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit

Zwei Tote wurden bei einer Begehung der überfluteten Altstadt gefunden. Die Todesursache ist noch nicht bekannt, laut offiziellen Angaben sind sie nicht ertrunken. Medienberichte über weitere Opfer haben die Behörden dementiert.

Die Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit den Überflutungen ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Hintergrund könnte eine Überprüfung des Damms durch die technische Aufsichtsbehörde Rostechnadsor im Jahr 2020 sein. Dabei wurden 38 Mängel festgestellt und deren Behebung angeordnet. Es ist unklar, ob dies geschehen ist.

Auch das Bürgermeisteramt der weiter westlich gelegenen Gebietshauptstadt schlug Orenburg Alarm. Der Ural soll dort bereits einen Wasserpegel von 8,55 Meter erreicht haben und schnell weiter steigen. Die Lage sei kritisch, sagte Bürgermeister Sergej Salmin und forderte die Bürger zur Evakuierung auf.


Bildnachweis: © ---/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa
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