19. Mai 2026 / Aus aller Welt

Tödliche Kuh-Attacke - Hat ein Wolf etwas damit zu tun?

Was hat die Kuhherde so aggressiv gemacht, dass sie eine Wanderin zu Tode trampelte? Es ist von einem Wolf oder einem Hund die Rede. Ein wichtiger Zeuge ist noch nicht vernommen worden.

Bei der Suche nach der Ursache für die Aggressivität einer Kuhherde in Österreich ist nun auch von einem Wolf oder einem Hund die Rede. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 19. Mai 2026 um 16:06 Uhr

Nach der tödlichen Attacke einer Kuhherde auf eine 67-jährige Wanderin in Österreich sind ein Wolf oder ein Hund als mögliche Ursachen für die Aggressivität der Herde ins Spiel gebracht worden. Die Angriffslust der Kühe sei völlig untypisch, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde Oberlienz, Markus Stotter. 

«An diesem Tag sind auch aufgescheuchte Rehe beobachtet worden. Vielleicht ist ein Wolf unterwegs. Das hält eine Kuhherde tagelang in Alarmbereitschaft und könnte das Verhalten erklären», sagte der Ortschef laut Nachrichtenagentur APA. 

Die Behörden suchen außerdem eine Hundehalterin. Laut Zeugenangaben soll sie sich rund 15 Minuten vor der tödlichen Attacke mit einem größeren Hund am gleichen Ort aufgehalten haben. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorfall stehe die Frau jedoch nicht, hieß es. Laut Polizei war es nicht die einzige Kuh-Attacke auf dieser Weide am Sonntag. Zuvor seien bereits ein Mann und ein Ehepaar attackiert und leicht verletzt worden. 

Ehemann bisher nicht vernommen

Die 67-jährige Einheimische war von einer «mittleren zweistelligen Zahl» an Kühen auf einer Weide angegriffen und tödlich verletzt worden. Bei der Kuh-Attacke in der Region Lienz in Osttirol wurde der 65-jährige Ehemann des Opfers laut Behörden schwer verletzt. Er konnte den Angaben zufolge bisher noch nicht vernommen werden. 

Die Herde wurde inzwischen nach Informationen der «Tiroler Tageszeitung» auf eine umzäunte Weide verlegt. Grund für den Schritt sei offenbar die Sorge vor dem Pfingstwochenende, wenn Hunderte Touristen und Einheimische wieder auf der beliebten Route unterwegs seien. 

Hund als Begleiter kann brisant sein 

Es kommt immer wieder zu Vorfällen mit Kühen auf den Almen. 2014 war eine 45-jährige deutsche Wanderin von einer Mutterkuhherde zu Tode getrampelt worden. Sie hatte einen Hund dabei, was als besonders heikel gilt.

Nach Empfehlungen der Landwirtschaftskammer sollte der Kontakt mit den Tieren - insbesondere wenn Hunde und Mutterkühe im Spiel sind - vermieden und Ruhe bewahrt werden. Hunde sollten immer an der kurzen Leine geführt und im Fall eines Angriffs sofort abgeleint werden. Bei Anzeichen einer unruhigen Herde gelte es, die Weidefläche zügig zu verlassen.


Bildnachweis: © Lino Mirgeler/dpa/dpa-tmn
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