17. Februar 2026 / Aus aller Welt

Türkischer Rockstar und Prominente in Türkei festgenommen

Seit Wochen gehen türkische Behörden gegen Prominente wegen mutmaßlichem Drogenkonsum vor. Nun wurden bekannte Sänger und ein Schauspieler festgenommen. Das Vorgehen steht in der Kritik.

Türkische Behörden führten in den letzten Wochen zahlreiche Razzien gegen Prominente durch - das Vorgehen steht in der Kritik. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 17. Februar 2026 um 11:53 Uhr

Die türkische Polizei hat im Rahmen einer Drogenrazzia zahlreiche Prominente festgenommen, darunter den Sänger der populärsten Rockband des Landes. Insgesamt werde nach 25 Verdächtigen gefahndet, 17 davon seien in Gewahrsam genommen worden, teilte die Istanbuler Staatsanwaltschaft mit. 

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, unter den Festgenommenen sei der Frontmann der Rockband Duman, Kaan Tangöze. Zudem gehörten ein bekannter Popsänger, ein Schauspieler, ein Model und mehrere Geschäftsleute dazu, hieß es.

Ermittler werfen Drogenbesitz vor

Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen verschiedener Drogendelikte, darunter Kauf, Besitz und Konsum von verbotenen Substanzen. Es seien bei Razzien zudem insgesamt rund 53 Gramm Marihuana beschlagnahmt worden. Von den Beschuldigten gab es zunächst keine Stellungnahme. 

Drogendelikte können nach türkischem Recht mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Bei Erstkonsum wird in der Regel kein Verfahren eingeleitet oder eine Bewährungsstrafe verhängt. 

Kritik an Vorgehen der Behörden

Türkische Behörden haben in den letzten Wochen zahlreiche Razzien gegen Prominente vorgenommen, unter anderem wegen mutmaßlichem Drogenkonsum. 

Kritiker bemängeln, dass die Fälle teils öffentlich zur Schau gestellt werden und die Behörden gegen mutmaßliche Konsumenten, aber nicht ausreichend gegen kriminelle Netzwerke vorgingen. Sie sehen hinter dem Vorgehen auch politische Gründe und den Versuch, der islamisch-konservativen Regierung einen bestimmten Lebensstil an den Pranger zu stellen.


Bildnachweis: © Melissa Erichsen/dpa
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