28. Juni 2023 / Aus aller Welt

Umfrage: Mehr Studierende klagen über Gesundheitsprobleme

Studierende geben vermehrt an, gesundheitliche Probleme zu haben. Viele fühlen sich durch Stress erschöpft. Psychologische Beratungsstellen an Unis «werden förmlich überrannt».

Einer Umfrage zufolge waren 68 Prozent der Studierenden innerhalb der vergangenen zwölf Monate oder aktuell «durch Stress erschöpft».
Veröffentlicht am 28. Juni 2023 um 12:57 Uhr

Studierende haben nach eigenen Angaben mehr und öfter mit Stress, Rücken- und Kopfschmerzen und anderen Beschwerden zu kämpfen als noch vor ein paar Jahren. Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage für die Techniker Krankenkasse (TK) ergab, schätzen sie auch generell ihre Gesundheit schlechter ein als bei der letzten Umfrage 2015.

Zwei von drei Studentinnen und Studenten (68 Prozent) gaben demnach an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate oder aktuell «durch Stress erschöpft» gewesen zu sein. Bei der Vergleichsumfrage 2015 waren es deutlich weniger (44 Prozent). Über Kopfschmerzen klagten 59 (2015: 47) und über Rückenschmerzen 55 Prozent (2015: 40). Auch Konzentrationsstörungen und Schlafprobleme haben demnach zugenommen.

Gesundheitszustand wird schlechter bewertet

Ihren Gesundheitszustand insgesamt bewerteten die studentischen Befragten schlechter als jene vor acht Jahren. Damals beschrieben 84 Prozent der Studierenden ihren Gesundheitszustand im Allgemeinen als gut oder sehr gut. Bei der aktuellen Umfrage waren es nur 61 Prozent.

Als Ursache für Stress nannten die Befragten unter anderem Prüfungen, die Mehrfachbelastung durch Studium und Job und die Angst vor schlechten Noten. Durch die Folgen der Corona-Pandemie fühlen sich etwas mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) im Studium sehr stark oder stark belastet. Gut jeder Vierte hingegen (24 Prozent) fühlt sich dadurch überhaupt nicht belastet.

Die Studie zeige, dass die Gesundheit der Studierenden sich deutlich verschlechtert habe und jetzt auf dem Niveau aller Erwachsenen liege, sagte der TK- Vorstandsvorsitzende Jens Baas. «Da müssen wir genauer hinschauen. Denn die Fach- und Führungskräfte von morgen sollen gesund ins Berufsleben starten - eine wichtige Grundlage, um im Job langfristig zufrieden und leistungsfähig zu bleiben.»

Mehr psychische Belastung

Auch die Studierendenwerke stellen fest, dass die psychische Belastung bei Studierenden zunimmt. Angesichts «multipler Krisen» habe die Nachfrage an psychologischen Unterstützungsangebote stark zugenommen, teilte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, auf dpa-Anfrage mit.

«Die psychologischen Beratungsstellen werden förmlich überrannt; an manchen Standorten hat sich die Wartezeit vervielfacht», sagte Anbuhl. Dabei sei die Belastungslage heute «deutlich existenzieller» und «gravierender» als vor der Pandemie. «Es geht um soziale Isolation und Vereinsamung, die grundsätzliche Infragestellung des Studiums, und in hohem Maße auch um depressive Verstimmungen, Hoffnungslosigkeit, bis hin zu suizidalen Gedanken.»


Bildnachweis: © Rolf Vennenbernd/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...
Drei Tote bei Sturz von Harzturm
Aus aller Welt

Drei Menschen sterben nach einem Sturz von einem 65 Meter hohen Aussichtsturm im Harz. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Großbrand im Hürtgenwald: Explosive Lage für Einsatzkräfte
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...
Zahlreiche Häuser bei Waldbränden in England zerstört
Aus aller Welt

Die Feuerwehr vor Ort spricht von umfangreicher Zerstörung: Wie in Deutschland brennen auch in Großbritannien mehrere Wälder. Der Premier findet deutliche Worte.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Großbrand im Hürtgenwald: Explosive Lage für Einsatzkräfte
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...
Zahlreiche Häuser bei Waldbränden in England zerstört
Aus aller Welt

Die Feuerwehr vor Ort spricht von umfangreicher Zerstörung: Wie in Deutschland brennen auch in Großbritannien mehrere Wälder. Der Premier findet deutliche Worte.

weiterlesen...