Die Deutschen empfinden den Umgangston im Alltag als zunehmend unfreundlich – doch die eigene Höflichkeit stellen die wenigsten infrage. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Sprachlernplattform Babbel gaben 59 Prozent der Befragten an, den Umgangston als rauer zu empfinden als noch vor fünf Jahren. Gleichzeitig halten sich 85 Prozent selbst für höflich. Befragt wurden im März 2026 insgesamt 1.012 in Deutschland lebende Personen. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während 65 Prozent der sogenannten Boomer-Generation eine Verschlechterung des Umgangstons wahrnahmen, teilten nur 39 Prozent der Jüngeren diese Einschätzung. Auch regional zeigen sich Unterschiede: Hamburg schnitt im Ländervergleich am besten ab – 61 Prozent der Befragten dort erlebten ihren Alltag als höflich. Schlusslicht war Bremen mit nur 36 Prozent. Als besonders konfliktträchtiger Ort gilt der Straßenverkehr: 61 Prozent der Befragten empfanden ihn als Ort spürbarer Unhöflichkeit. Der Arbeitsplatz wurde hingegen nur von 15 Prozent so wahrgenommen. Die politische Zugehörigkeit spielt laut der Studie eine untergeordnete Rolle, wenngleich Unterschiede erkennbar sind: Unter Anhängern der Linken störten sich nur 10 Prozent am Umgangston, bei CDU/CSU- und SPD-Anhängern waren es 16 beziehungsweise 15 Prozent. Am kritischsten äußerten sich Anhänger von AfD und BSW mit jeweils 19 Prozent. Babbel schlussfolgerte, die Deutschen sähen beim Thema Höflichkeit «Nachholbedarf, insbesondere dort, wo es um direkten Kontakt mit anderen Menschen geht».Boomer unzufriedener als junge Generation
Straßenverkehr als Hotspot der Unhöflichkeit
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Umfrage zu Höflichkeit: Umgangston wird rauer
Mehr als die Hälfte der Deutschen empfindet den Umgangston im Alltag rauer als früher. Besonders im Straßenverkehr wird Unhöflichkeit häufig erlebt, zeigt eine aktuelle Umfrage.
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