9. Dezember 2024 / Aus aller Welt

Schiffe auf der Mosel stecken nach Unfall weiter fest

Nichts geht mehr auf der Mosel, nachdem ein Schiff gegen ein Schleusentor gekracht ist. Das zuständige Amt will die festgefahrenen Schiffe schnellstmöglich von dem Fluss bekommen. Wie geht es weiter?

Noch gibt es keine Lösung für die Schiffe auf der Mosel, die nicht weiterkommen.
Veröffentlicht am 9. Dezember 2024 um 21:29 Uhr

Nach einem Unfall an der Schleuse Müden an der Mosel will das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Mosel-Saar-Lahn die festliegenden Schiffe von der gesperrten Wasserstraße bekommen. Das WSA sucht «mit Hochdruck nach einer Lösung, die "gefangenen" Schiffe in das Unterwasser von Müden zu schleusen, damit diese die Mosel in Richtung Rhein verlassen und dort andere Transporte durchführen können», teilte der Krisenstab des Amts mit. 

Am Mittwoch solle besprochen werden, wie das funktionieren könne. Die Schifffahrt sei deshalb gebeten worden, auf ihren aktuellen Liegeplätzen zu bleiben. Ein Güterschiff war am Sonntag beim Einfahren in die Schleuse aus noch unbekannter Ursache gegen das noch nicht vollständig geöffnete Schleusentor geprallt. Wegen der Sperrung standen laut WSA 70 Schiffe auf der Mosel still und konnten den durch das Saarland und Rheinland-Pfalz führenden Fluss nicht in Richtung Rhein verlassen. 

Möglicherweise gibt es ein Ersatztor für die Schleuse 

Beide Torflügel wurden bei dem Unfall laut WSA komplett aus ihrer Verankerung gerissen. «Neben den beiden beschädigten Torflügeln bilden die Beschädigungen an den Tornischen mit den daneben sitzenden Verankerungen der Torflügel das größte Problem. Auf Grund des Schadensbildes wird momentan davon ausgegangen, dass durch die massive Stoßeinwirkung alle Verankerungen ihre maximale Last deutlich überschritten haben und beschädigt wurden», hieß es am Abend vom WSA. An den Betonkanten müssten wegen Verformungen der Holme zudem Betonarbeiten durchgeführt werden. 

Für die Torflügel werde aktuell geprüft, ob ein andernorts lagerndes
Ersatztor hergerichtet und verwendet werden könne. Auch in diesem Fall sind die Auswirkungen für die Schifffahrt massiv: «Sollte dies nutzbar sein, wird allerdings die Komplettierung des Tores auch bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen», so die Prognose des WSA. Für alle anderen Teile sei kein Ersatz vorhanden, sie müssten neu hergestellt werden. In einer ersten Einschätzung war von einer Sperrung bis Ende März 2025 ausgegangen worden. 

Mosel ist wichtiger Transportweg 

Noch in dieser Woche sollen die beschädigten Torflügel gesichert und ausgehoben werden. Zudem laufen die Vorbereitungen für eine Trockenlegung der Schleusenkammer. 

Die Mosel gilt als wichtiger Transportweg für die Schifffahrt in der Region. Bisher wurden durch die Schleuse Münden in diesem Jahr laut WSA rund 8,1 Millionen Gütertonnen transportiert. Rund 600 Fahrzeuge der Großschifffahrt wurden demnach 2024 durch die Schleuse geschleust.


Bildnachweis: © WSA Mosel-Saar-Lahn/dpa
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