27. Juni 2026 / Aus aller Welt

Venezuela militarisiert Katastrophenregion nach Beben

Soldaten sollen im schwer betroffenen La Guaira die Sicherheit gewährleisten. Mehr als 70.000 Familien sind dort von den Erdbeben betroffen. Die Todeszahl in Venezuela liegt bereits bei 920.

Mehr als 70.000 Familien wurden in La Guaira laut Behörden von den Erdbeben betroffen.
Veröffentlicht am 27. Juni 2026 um 01:31 Uhr

Angesichts der schweren Schäden im Bundesstaat La Guaira durch das Doppel-Erdbeben in Venezuela hat die Regierung die Region im Norden des Landes militarisiert. Die Streitkräfte hätten die Kontrolle übernommen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, sagte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez. 

Am zweiten Tag nach der Erdbebenkatastrophe liegt die offizielle Zahl der Todesopfer in Venezuela bei 920, wie Rodríguez bei der Vorstellung der jüngsten vorläufigen Schadenbilanz mitteilte. Mehr als 3.300 Menschen seien verletzt worden. La Guaira wurde von den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwoch (Ortszeit) am schwersten getroffen. 

Zufahrtsstraßen nach La Guaira werden geschlossen

Innenminister Diosdado Cabello kündigte die Schließung der Zufahrtsstraßen nach La Guaira aus humanitären und gesundheitlichen Gründen an. «Es ist notwendig, dass alles geordnet und entsprechend der aktuellen Lage abgewickelt wird», sagte Cabello im Fernsehsender VTV. Damit wolle man verhindern, dass Menschen dorthin reisten, die dort nichts zu tun hätten. Ziel sei, gesundheitliche Risiken zu minimieren sowie die Bergungsarbeiten zu beschleunigen.

Der Bundesstaat nördlich der Hauptstadt Caracas, in dem sich der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen Venezuelas befinden, ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mehr als 70.000 Familien seien dort von den Folgen der Katastrophe betroffen, sagte der Innenminister am Donnerstag. 

Bereits im Dezember 1999 wurde La Guaira von einer der schwersten Naturkatastrophen der modernen lateinamerikanischen Geschichte heimgesucht. Durch heftige Regenfälle ausgelöste Schlamm- und Schuttlawinen töteten nach Schätzungen der US-Geologiebehörde USGS bis zu 30.000 Menschen.


Bildnachweis: © Ariana Cubillos/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Störung verursacht Chaos an Flughäfen in Großbritannien
Aus aller Welt

Viele Maschinen müssen wegen einer Störung in Großbritannien vorerst am Boden bleiben. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spüren.

weiterlesen...
Amazon-Frachtjet-Unfall: Alle Todesopfer saßen in Fahrzeug
Aus aller Welt

Ein Flugzeug des Onlinehändlers Amazon schießt in Miami über die Landebahn hinaus. Die Ermittler suchen nach der Unglücksursache, jetzt gibt Details zu den Todesopfern.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Störung verursacht Chaos an Flughäfen in Großbritannien
Aus aller Welt

Viele Maschinen müssen wegen einer Störung in Großbritannien vorerst am Boden bleiben. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spüren.

weiterlesen...
Amazon-Frachtjet-Unfall: Alle Todesopfer saßen in Fahrzeug
Aus aller Welt

Ein Flugzeug des Onlinehändlers Amazon schießt in Miami über die Landebahn hinaus. Die Ermittler suchen nach der Unglücksursache, jetzt gibt Details zu den Todesopfern.

weiterlesen...