Forscher haben in Australien einen Käfer entdeckt, der sich mit Hilfe einer Termiten-Attrappe auf dem Rücken von echten Termiten füttern lässt. Die bisher unbekannte Art aus der Familie der Kurzflügelkäfer sei auf den Namen Austrospirachtha carrijoi getauft worden, schrieben Wissenschaftler der brasilianischen Universidade de São Paulo im Fachmagazin «Zootaxa». Medienberichte sprechen von «einer der vielleicht verrücktesten Formen der Mimikry auf der Erde». Die Käfer vergrößern für die originalgetreue Nachbildung ihren Unterleib - das Phänomen ist als sogenannte Physiogastrie bekannt. Im Falle des neu entdeckten Käfers hat die Evolution diesen Körperteil mit der Zeit in eine äußerst realistische Kopie einer Termite umgeformt, samt Pseudo-Antennen und -Beinchen. Der echte, viel kleinere Kopf des Käfers lugt kaum sichtbar unter seiner Termitenverkleidung hervor. Der Mimikry-Meister wurde im australischen Northern Territory entdeckt. Vermutlich geht es dem Käfer darum, sich nicht mehr um die Nahrungssuche sorgen zu müssen: Weil er einen sehr kleinen Mund hat, gehen die Forscher davon aus, dass er nicht eigenständig die Eier und Larven von Termiten frisst, sondern sich stattdessen von diesen füttern lässt. Im Reich der Termiten suchen die so genannten Arbeiter nach Nahrung und verdauen diese vor. Anschließend wird das Erbrochene an hungrige Mitglieder der Kolonie verfüttert. Dieses Sozialverhalten ist als Trophallaxis bekannt. Die Vorteile, eine Termiten-Nachbildung mit sich herumzutragen, lägen für den Käfer auf der Hand, heißt es in einem Bericht der Zeitschrift «Science Times»: «Sobald er im Nest ist, kann er sich entspannen und für den Rest seines Lebens den kostenlosen Termiten-Zimmerservice genießen.» Auch andere Arten von Kurzflügelkäfern (Familie Staphylinidae) sind als Meister der Verkleidung bekannt. Einige haben sich etwa über Millionen von Jahren so entwickelt, dass sie in Aussehen, Geruch und Verhalten Armeeameisen gleichen. So können sie unbehelligt neben den Ameisen herlaufen und sich von deren Eiern und Jungen ernähren.«Kostenloser Termiten-Zimmerservice»
Bildnachweis: © Bruno Zilberman/-/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Verrückte Mimikry: Käfer trägt Termiten-Attrappe auf Rücken
Im Tierreich hat die Evolution einige verrückte Kreaturen hervorgebracht. Eine neu entdeckte Käferart treibt die Mimikry auf die Spitze. Ihr Ziel: lebenslanger Zimmerservice im Termitennest.
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
- 16. August 2026
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.
Neueste Artikel
- 13. September 2026
Jugendlicher flieht in gestohlenem Auto – Polizei schießt
Ein 17-Jähriger rast in einem gestohlenen Auto davon und durchbricht eine Straßensperre. Dabei soll er auf einen Polizisten zugefahren sein. Nun sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft.
- 13. September 2026
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. September 2026
Jugendlicher flieht in gestohlenem Auto – Polizei schießt
Ein 17-Jähriger rast in einem gestohlenen Auto davon und durchbricht eine Straßensperre. Dabei soll er auf einen Polizisten zugefahren sein. Nun sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft.
- 13. September 2026
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

