11. Juni 2023 / Aus aller Welt

Verschollen im Dschungel: Die Geschichte der Juliane Diller

Mit 17 Jahren überlebte sie als einziger Mensch einen Flugzeugabsturz in Peru. Das war 1971. Tagelang behauptete sie sich allein im Dschungel. Wie sie gerettet wurde.

Juliane Diller überlebte 1971 als einziger Mensch einen Flugzeugabsturz im Osten von Peru.
Veröffentlicht am 11. Juni 2023 um 15:07 Uhr

Die Rettung der vier kolumbianischen Kinder aus dem Amazonas-Regenwald erinnert an die Geschichte von Juliane Diller. Die Deutsch-Peruanerin, damals mit Nachnamen Koepcke, überlebte Ende 1971 im Alter von 17 Jahren als einziger Mensch einen Flugzeugabsturz im Osten von Peru. Anschließend behauptete sie sich zehn Tage lang im Dschungel, bevor sie gerettet wurde.

Dabei profitierte sie entscheidend davon, dass sie mit ihren Eltern auf einer Forschungsstation im peruanischen Regenwald aufgewachsen war und mit dieser Umgebung vertraut war, wie sie im Dezember 2018 in dem Podcast «Durchfechter» erzählte. «Das war für mich niemals eine grüne Hölle», betont sie. «Es war ein Lebensraum, den ich einzuschätzen wusste.»

Nach dem Absturz erinnerte sie sich demnach an einen Rat ihres Vaters: Sollte sie sich einmal im Dschungel verirren, solle sie einen Wasserlauf suchen und diesem flussabwärts folgen - in der Hoffnung, irgendwann auf Menschen zu stoßen.

Das habe sie dann getan, größtenteils watend, schwimmend oder treibend. In den Flüssen, so beschreibt sie, seien im Schlamm eingegrabene Stechrochen eine größere Gefahr gewesen als die vielen Kaimane oder etwa Piranhas. Daher habe sie sich beim Waten im Wasser stets mit einem Stock vorgetastet. Letztlich fand sie am Ufer ein Boot, bei dem sie blieb. Dort wurde sie von Waldarbeitern gefunden ud gerettet.

Zu der Geschichte drehte Werner Herzog 1998 den Dokumentarfilm «Julianes Sturz in den Dschungel» (Alternativtitel: «Schwingen der Hoffnung»). Bis heute engagiert sich Diller für den Schutz des Regenwaldes.


Bildnachweis: © Carsten Koall/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Plötzlich wird es still am Trümmerberg in Cali
Aus aller Welt

In Kolumbiens Stadt Cali halten Menschen an einem eingestürzten Gebäude den Atem an. An den Trümmern helfen Freiwillige, beten Angehörige – und plötzlich gibt es Grund zur Hoffnung.

weiterlesen...
Nach Sonnenfinsternis: Patienten beklagen Augenschmerzen
Aus aller Welt

Schwindel, Brennen und Flecken: Nach der Sonnenfinsternis suchen einige Menschen mit Beschwerden die Augenkliniken auf. Was die Ärzte dazu sagen und was passiert, wenn Warnungen ignoriert werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Plötzlich wird es still am Trümmerberg in Cali
Aus aller Welt

In Kolumbiens Stadt Cali halten Menschen an einem eingestürzten Gebäude den Atem an. An den Trümmern helfen Freiwillige, beten Angehörige – und plötzlich gibt es Grund zur Hoffnung.

weiterlesen...
Nach Sonnenfinsternis: Patienten beklagen Augenschmerzen
Aus aller Welt

Schwindel, Brennen und Flecken: Nach der Sonnenfinsternis suchen einige Menschen mit Beschwerden die Augenkliniken auf. Was die Ärzte dazu sagen und was passiert, wenn Warnungen ignoriert werden.

weiterlesen...