Sie werden über Nacht zu Stars und die Nation fiebert mit: Ob der Buckelwal vor Timmendorfer Strand, Eisbär Knut oder Krake Paul - tierische Schicksale bewegen die Menschen. Jeder kleinste Schritt wird über Wochen oder Monate verfolgt. «Tiergeschichten sind einfach – man muss nicht nach dem Warum fragen, man hat eine grundlegende Sympathie, für die es keine weitere Recherche braucht», erklärte der Philosoph Kai Denker kürzlich in einem dpa-Gespräch. Süße Kulleraugen, schlaue Tricks oder Hilflosigkeit: Immer wieder gab es in den vergangenen Jahrzehnten Tiere in Deutschland, die so eine riesige Aufmerksamkeit auf sich zogen - bis der Hype plötzlich wieder verebbte. Die Deutsche Presse-Agentur erinnert an einige tierische Lieblinge: EISBÄR KNUT: Der 2006 im Berliner Zoo geborene Eisbär Knut wurde als knuddeliges Tierbaby zum Medienliebling. Nachdem er von der Mutter verstoßen worden war, zog ihn ein Tierpfleger mit der Flasche auf. Die Bilder, wie der tapsig-flauschige Mini-Knut bei seinem ersten Auftritt 2007 die kleine Tatze wie zum Gruß hob, gingen um die Welt. Mehr als elf Millionen Besucher sahen Knut beim Aufwachsen zu. 2011 starb er an den Folgen einer Gehirnentzündung. KRAKE PAUL: Der schlaue Krake war das wohl bekannteste tierische Orakel: Mit seinen punktgenauen Voraussagen wurde Paul aus dem Aquarium Sea Life in Oberhausen weltberühmt. Er kam bei der Fußball-EM 2008 und bei der Weltmeisterschaft 2010 zum Einsatz. Bei der WM in Südafrika sagte er den Ausgang aller Spiele mit deutscher Beteiligung sowie des Endspiels zwischen Spanien und den Niederlanden richtig voraus. Als Paul kurz darauf starb, wurde sogar eine Urne in Form eines Kraken angefertigt. ALLIGATOR SAMMY: Ein entflohener Brillenkaiman machte 1994 international Schlagzeilen. Sein damaliger Besitzer machte mit Sammy einen Ausflug an einen Baggersee bei Dormagen (NRW). Das Tier riss sich von seiner Leine los und verschwand. Tagelang hielt seine Flucht Polizei, Feuerwehr und Medien in Atem. Aus Angst vor dem 80 Zentimeter langen Reptil mit den messerscharfen Zähnen blieb der Badesee tagelang gesperrt. Es gründete sich sogar ein Fanclub für das ausgebüxte Tier. Nach fünf Tagen nahm Sammys Ausflug in die Freiheit ein glückliches Ende: Ein Sporttaucher konnte ihn mit bloßen Händen fangen. BELUGA MOBY DICK: Zu einer wahren Berühmtheit wurde ein Beluga, der vor 60 Jahren von vielen Menschen in Deutschland gesehen wurde: Das etwa vier Meter lange Tier schwamm den Rhein hinauf bis nach Bonn und bekam den Namen Moby Dick. Die Menschen standen in Scharen am Flussufer, um den Besucher aus der Arktis zu sehen. «War ein schöner Kerl, enorm groß», erinnerte sich ein Zeitzeuge in einem Interview. Während der rund vier Wochen im Fluss verlor Moby-Dick sein strahlendes Weiß, sah zunehmend scheckig und grau aus. Nach mehreren Kehrtwendungen erreichte er wieder die Nordsee.
Bildnachweis: © Ulrich Perrey/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Wal, Eisbär, Krake - diese Tierschicksale haben uns berührt
Die Geschichte des Buckelwals, der vor Timmendorfer Strand gestrandet war, lässt die Menschen mitfiebern. Sie ruft Erinnerungen wach an andere Tiere, die unsere Herzen berührten.
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
- 16. August 2026
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.
Neueste Artikel
- 15. September 2026
Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.
- 15. September 2026
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Tausende von Bahnreisenden erleben in den Niederlanden eine böse Morgenüberraschung. Etliche Züge fallen aus. Unbekannte haben Rohre über Gleise gelegt. Der Regierungschef: Das war «lebensgefährlich».
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. September 2026
Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.
- 15. September 2026
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Tausende von Bahnreisenden erleben in den Niederlanden eine böse Morgenüberraschung. Etliche Züge fallen aus. Unbekannte haben Rohre über Gleise gelegt. Der Regierungschef: Das war «lebensgefährlich».

