10. Januar 2025 / Aus aller Welt

Weniger Organspenden in Deutschland registriert

Deutschland liegt bei den Organspenden im internationalen Vergleich auf einem hinteren Platz. Vergangenes Jahr sank die Bereitschaft, nachdem sie 2023 vorübergehend angestiegen war.

Die Zahl der Organspenden verharrt in Deutschland auf niedrigem Niveau, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitteilte (Archivbild).
Veröffentlicht am 10. Januar 2025 um 09:00 Uhr

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. 2.854 Organe seien postmortal entnommen worden, im Vorjahr seien es 2.877 gewesen, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. 2023 war die Zahl hingegen angestiegen, 2022 waren 2.662 Organe entnommen worden. 

Die DSO sprach von Zahlen, die auf niedrigem Niveau verharrten. Weitere Anstrengungen, sie zu steigern, seien unabdingbar. Im vergangenen Jahr handelte es sich den Angaben zufolge um 1.391 Nieren, 785 Lebern, 315 Herzen, 290 Lungen, 71 Bauchspeicheldrüsen und 2 Därme.

Die Entnahme und Verteilung der Organe im In- und Ausland erfolgt über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant nach festgelegten medizinischen Kriterien. 

953 Spender in Deutschland

Insgesamt 953 Menschen in Deutschland spendeten nach ihrem Tod Organe für die Transplantation, 2023 waren es 965. Mit 11,4 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohner nehme Deutschland im internationalen Vergleich auch 2024 einen der hinteren Plätze ein, erklärte die DSO. 

Übertragen wurden in den deutschen Transplantationszentren im vergangenen Jahr 3.013 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland und anderen Ländern im Eurotransplant-Verbund, im Vorjahr waren es 2.986. Damit erhielt Deutschland weiter mehr Organe aus dem Verbund als es hineingab.

Tausende auf der Warteliste

Bundesweit sei 2.902 schwer kranken Patientinnen und Patienten eine bessere 
Lebensqualität oder sogar ein Weiterleben geschenkt worden, erklärte die DSO. Gleichzeitig stünden noch 8.260 Menschen auf den Wartelisten. 

Ihre Lage sei dramatisch, erklärte der medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Die Organspende sei in vielen Fällen die einzige Überlebenschance. Dies sei aber nur möglich, wenn Menschen zur Spende bereit seien. «Es ist daher eine unerträgliche Situation, dass wir zwar die medizinischen Möglichkeiten haben, Leben zu retten, uns aber die Organe dafür fehlen», erklärte Rahmel. Er appellierte an Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte in den Kliniken, an die Organspende zu denken.

Eigenen Willen festhalten

Rahmel rief dazu auf, zu Lebzeiten eine selbstbestimmte Entscheidung zur Organspende zu treffen und diese in einem Organspendeausweis, in 
einer Patientenverfügung oder im digitalen Organspende-Register festzuhalten. Vergangenes Jahr sei nur bei 15,3 Prozent der möglichen Organspender ein schriftlicher Wille vorhanden gewesen.

Der DSO-Vorstand nannte es bedauerlich, dass die Initiative zur Einführung der Widerspruchslösung durch die Neuwahlen offensichtlich politisch nicht weiterverfolgt werde. Damit würde jeder zunächst als Organspender gelten - außer, er widerspricht. Derzeit sind Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung zulässig.

Die Erfahrung in anderen Ländern habe gezeigt, dass eine solche Regelung «eine Kultur der Organspende» fördere, sagte Rahmel. Aufklärung der Bevölkerung und Schulung der Klinik-Mitarbeiter blieben zentrale Maßnahmen, um die Zahlen zu steigern.


Bildnachweis: © Anna Ross/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bielefelder Nacht der Berufe 2026: Handwerk ausprobieren und Ausbildung finden
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am Freitag, 18. September 2026, öffnet der Campus Handwerk in Bielefeld von 17 bis 21 Uhr seine Türen zur Bielefelder...

weiterlesen...
25 Tote bei Brand auf Frachter in Ostchina
Aus aller Welt

Auf einem Frachter in Ostchina bricht ein großes Feuer aus. Staatsmedien berichten von vielen Verletzten und Toten. Doch Details zur Brandursache sind zunächst unklar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

25 Tote bei Brand auf Frachter in Ostchina
Aus aller Welt

Auf einem Frachter in Ostchina bricht ein großes Feuer aus. Staatsmedien berichten von vielen Verletzten und Toten. Doch Details zur Brandursache sind zunächst unklar.

weiterlesen...
Sirenengeheul am Warntag - Alarmton stoppt sogar Parlamente
Aus aller Welt

Um 11.00 Uhr wurden die Menschen in Deutschland vorsätzlich aufgeschreckt: Die Behörden wollten testen, ob sie die Bevölkerung bei einem Notfall schnell genug warnen können. Erste Bilanz: sie können.

weiterlesen...