5. März 2026 / Aus aller Welt

Social-Media-Verbot? EU-Expertengruppe beginnt Arbeit

Ab welchem Alter dürfen Kinder posten, teilen und liken? Eine neue EU-Expertengruppe sucht Antworten – und könnte die Social-Media-Regeln für ganz Europa verändern.

Die Vorstöße von SPD und CDU sehen vor, dass Kinder erst ab 14 Jahren auf Online-Plattformen wie Tiktok und Co. dürfen sollen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 5. März 2026 um 14:53 Uhr

Eine Expertengruppe berät im Auftrag der EU-Kommission über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Spätestens im Sommer sollen die Fachleute aus verschiedenen Disziplinen – darunter Kinderrechte, Gesundheit und IT – Vorschläge für Schutzmaßnahmen vorlegen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Die Empfehlungen könnten auch für die deutsche Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder entscheidend sein. Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und sie durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Deutschland und andere Mitgliedsländer dürfen den großen Plattformen allein also gar keine zusätzlichen Pflichten, etwa zur Alterskontrolle, auferlegen.

Deutscher Forscher ist Co-Vorsitzender der Gruppe

Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, leitet die Gruppe gemeinsam mit der französischen Forscherin Maria Melchior.

Von der Leyen für Mindestalter

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eröffnete die erste Arbeitssitzung. Sie teilte dazu mit, man müsse mehr tun, um junge Menschen im Internet zu schützen und zu stärken. «Aus diesem Grund habe ich dieses Gremium einberufen: um einen starken, realistischen europäischen Ansatz zu entwickeln, der die Sicherheit unserer Kinder im digitalen Zeitalter gewährleistet», sagte die deutsche Politikerin.

Von der Leyen hatte die Debatte um die Einführung eines Mindestalters für soziale Medien im September 2025 befeuert und sich dafür ausgesprochen. Sie verglich die Maßnahme damals mit Altersbeschränkungen beim Konsum von Alkohol und Tabak.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa
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