Angesichts der eisigen Temperaturen warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor Lücken bei der Versorgung von Menschen ohne eigene Wohnung. «Kälte stellt für obdachlose Menschen eine lebensbedrohliche Gefahr dar, da sie ohne Zugang zu warmen Schutzräumen den extremen Temperaturen schutzlos ausgeliefert sind», sagte Marie-Sol Gersch von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Presse-Agentur. Der Mangel an sicheren Schlafplätzen, ein eingeschränkter Zugang zu Hilfeangeboten und gesellschaftliche Ausgrenzung verschärften die Lebensbedingungen und das Risiko einer Unterkühlung in der kalten Jahreszeit. «Obgleich es verschiedene Hilfsangebote gibt, sind diese nicht in allen Kommunen bedarfsdeckend – nicht selten fehlt es beispielsweise an ausreichenden Plätzen in Notunterkünften», beklagte Gersch. In der Nacht zu Mittwoch sinkt die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst in Teilen Deutschland erneut in den mäßigen Frostbereich ab. Dabei können die Temperaturen auf bis zu minus 10 Grad fallen. Im Süden sowie dem östlichen und südöstlichen Bergland kann es vielerorts bis zu minus 18 Grad kalt werden. Meist in größeren Städten gibt es Notunterkünfte und eine mobile Versorgung von obdachlosen Menschen mit warmen Getränken und Schlafsäcken. Die Bundesarbeitsgemeinschaft beklagt aber: «Obwohl Kommunen verpflichtet sind, Menschen vor möglicher Erfrierung zu schützen, geschieht dies nicht immer.» In einigen Kommunen und Städten gebe es zuweilen Berichte, dass vor allem ortsfremde und ausländische Menschen, die Hilfe suchten, nicht ausreichend untergebracht werden. Laut Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft sind 2024 mehr als eine Million Menschen in Deutschland wohnungslos gewesen. In diesem Winter ist der Wohnungslosenhilfe bislang mindestens ein Todesfall wegen Kälte bekanntgeworden. Dabei handele es sich um einen Mann in Dortmund.Es soll kalt bleiben
Wie viele Menschen leben auf der Straße?
Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Wohnungslosenhilfe: Lebensgefahr für Obdachlose durch Kälte
Die Nächte sind eisig. Für Menschen, die auf der Straße leben, können die Temperaturen sogar tödlich sein. Wie ist es um die Hilfe in Deutschland bestellt?
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...
- 18. Juli 2026
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.
Neueste Artikel
- 10. August 2026
Alarmierung per Fax - Großübung in ICE-Tunnel mit Problemen
Bei einer Übung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen trainieren Einsatzkräfte den Ernstfall. Dabei kommen einige Schwachstellen zutage - wie der Einsatz von Faxgeräten.
- 10. August 2026
Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 20 Tote
Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Das Epizentrum liegt im Westen des Landes - in mehreren Städten werden Schäden an Gebäuden und Verletzte gemeldet. Das ist bisher bekannt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. August 2026
Alarmierung per Fax - Großübung in ICE-Tunnel mit Problemen
Bei einer Übung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen trainieren Einsatzkräfte den Ernstfall. Dabei kommen einige Schwachstellen zutage - wie der Einsatz von Faxgeräten.
- 10. August 2026
Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 20 Tote
Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Das Epizentrum liegt im Westen des Landes - in mehreren Städten werden Schäden an Gebäuden und Verletzte gemeldet. Das ist bisher bekannt.

