29. Januar 2026 / Kreis Gütersloh

 Renaturierung des Forthbachs

Langenberg. „Festes Schuhwerk ist hier Pflicht“ erzählt Oliver Juhnke von der Gewässerentwicklung beim Kreis...

Langenberg. „Festes Schuhwerk ist hier Pflicht“ erzählt Oliver Juhnke von der Gewässerentwicklung beim Kreis Gütersloh vor dem Betreten der Baustelle. Als Projektleiter ist er dafür zuständig Renaturierungen zu leiten. Etwa 6.000 Kubikmeter Erde bewegen die Baustellenfahrzeuge der Firma Boymann aus Dortmund für die Renaturierungsarbeiten am Forthbach in Langenberg. Die Maßnahme startete im November 2025 und wird voraussichtlich im März 2026 beendet sein. Sie wird zu 80 Prozent vom Land NRW im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie gefördert.

Von Gabriel Alan

Der Forthbach war zuvor gerade, ungefähr einen Meter breit und etwa 1,5 Meter tief eingeschnitten. Im Zuge der Renaturierung wird der Uferbereich auf einer Strecke von 500 Metern auf 20 Meter Breite erweitert und eine sogenannte Sekundäraue geschaffen. Initial wurde der neue Gewässerverlauf dann in diesem Bereich 30 Zentimeter tief und rund 80 Zentimeter breit angelegt: Den genauen Verlauf, die Tiefe und Breite bestimmt das Gewässer selbst. „Das Wasser sucht sich seinen Weg“ bezeichnet Juhnke diesen Prozess. Zwischen dem nun schlangenlinienartigen Gewässerverlauf haben sich Sandbänke gebildet, die besonders bei feuchtem Wetter eine beliebte Nahrungsstation für heimische Vogelarten bilden. Sowohl für die Pflanzen als auch für die Tiere spielt das im und am Gewässer angelegte Totholz als Strukturelement und Nahrungsquelle eine wichtige Rolle. In dem alten Verlauf ist die Strömung nun beruhigt, sodass sich dieser Bereich für Fische als Laichgewässer anbietet. Die Weiden, die sich zuvor an dem geraden Bachverlauf anreihten, wurden während der Bauarbeiten ebenfalls umgepflanzt.

Dadurch, dass die Arbeiten in der Winterzeit stattfinden, kommt es sehr häufig zu Frost auf dem Boden. Nun könnte man denken, dass die Arbeiten bei diesem Wetter nicht fortgesetzt werden können – genau das Gegenteil ist der Fall. Durch Frost entsteht harter Boden, welcher den Fahrzeugen festen Stand liefert und die Arbeit erleichtert. Schwieriger wird es bei Nässe und Feuchtigkeit.

Außerdem arbeitet die Firma mit einem digitalen Lageplan, der über eine Software in das Fahrzeug eingespielt ist. Bei Abweichungen von diesem Plan, zum Beispiel wenn zu tief oder flach gegraben wird, macht dies eine Fehlermeldung kennbar.

Übrigens: Renaturierungsmaßnahmen tragen auch zum Hochwasserschutz bei. Durch den Ausbau des Ufers auf 20 Meter, entsteht hier ein Retentionsraum.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen: Dieses Drohnenfoto entstand im Januar 2026 und zeigt die Bauarbeiten zur Renaturierung des Forthbachs in Langenberg. Foto: Kreis Gütersloh

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