29. Januar 2026 / Kreis Gütersloh

Zukunftsorientierte Ausrichtung der Kreisleitstelle

Gütersloh. Sollte die Kreisleitstelle beim Bau des neuen Feuerwehr- und Rettungsdienstzentrums (FRZ) weiterhin...

Gütersloh. Sollte die Kreisleitstelle beim Bau des neuen Feuerwehr- und Rettungsdienstzentrums (FRZ) weiterhin eingeplant werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gesundheitsausschuss am Mittwoch, 28. Januar, auf Antrag der CDU-Fraktion. Hintergrund der Diskussion waren unter anderem die angespannte Haushaltslage sowie die bundesweiten Überlegungen zur Zusammenlegung der Kreisleitstellen. Für die Kreisverwaltung ist aus fachlicher Sicht die Einbindung der Kreisleitstelle in das FRZ nach wie vor notwendig. „Als Herzstück der Gefahrenabwehr und Bestandteil der kritischen Infrastruktur muss die Kreisleitstelle zukunftsorientiert ausgerichtet werden und befindet sich sinnvollerweise zukünftig im gemeinsamen Feuerwehr- und Rettungsdienstzentrum im Kreis Gütersloh“, betonte Jürgen Theis, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz. 

Im Frühjahr 2023 beschloss der Kreistag, die Kreisleitstelle mit in das FRZ zu integrieren. Dafür gab es mehrere fachliche und organisatorische Aspekte, die weiterhin Bestand haben und sich teilweise sogar verstärkt haben. So entsprechen die räumlichen Kapazitäten und die technischen Anforderungen am bisherigen Standort an der Friedrich-Ebert-Straße nicht mehr den aktuellen und künftigen Bedarfen. Eine zukunftsorientierte Erweiterung ist dort nicht möglich.

Der Neubau bietet hingegen die Möglichkeit, Einsatzsteuerung, Fachbereiche und technische Infrastruktur räumlich zu bündeln. Dadurch wird die Zusammenarbeit im täglichen Betrieb sowie bei Großeinsätzen und besonderen Einsatzlagen erleichtert. Insbesondere die unmittelbare Nähe zur Einsatzleitung und zu den ärztlichen Leitungen im Rettungsdienst ermöglicht kürzere Entscheidungswege und eine verbesserte Informationslage.

Darüber hinaus eröffnet die gemeinsame Unterbringung Vorteile in den Bereichen Aus- und Fortbildung, Personal- und Lagermanagement sowie bei der Nutzung gemeinsamer Räume und technischer Ressourcen. Auch Aspekte der IT-Sicherheit, des Datenschutzes und der Digitalisierung können in einer einheitlichen technischen Infrastruktur effizienter umgesetzt werden.

Aktuell gibt es eine bundesweite Diskussion zur Zentralisierung der Leitstellen. Diese sieht vor, künftig nur noch eine Leitstelle pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner einzurichten. Für Nordrhein-Westfalen würde dies – rein rechnerisch – eine Reduzierung von derzeit 52 auf etwa 18 Leitstellen bedeuten. Ob und in welcher Form eine solche Strukturänderung vorgenommen wird, ist derzeit noch offen. Sollte es zu einer Umsetzung kommen, wäre mit einem Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren zu rechnen. Bis dahin müssen die bestehenden Leitstellen dauerhaft einsatzbereit bleiben und den steigenden fachlichen und technischen Anforderungen gerecht werden. Auch dies spricht für die Integration der Kreisleitstelle in das FRZ.

Statt einer zentralen Lösung setzt der Kreis Gütersloh auf eine Vernetzung zwischen den Leitstellen – so wie sie jüngst mit dem Kreis Paderborn entstanden ist. Dabei werden die technische Ausstattung sowie die organisatorische Planung aufeinander abgestimmt, sodass eine standortübergreifende Zusammenarbeit entsteht. Die beiden Leitstellen sind gemeinsam für rund 700.000 Bürgerinnen und Bürger zuständig und können sich in Überlastungssituationen oder beim Ausfall einer Leitstelle gegenseitig unterstützen. Vernetzungen und Kooperationen spielen in der derzeitigen Diskussion um die landesweiten Leitstellen ebenfalls eine besondere Rolle, eine Option, die vom Kreis Gütersloh bereits seit 2024 verfolgt wird. Die eng vernetzten Leitstellenstrukturen erhöhen die Ausfallsicherheit und Krisenfestigkeit bei Extremwetter, Cyberangriffen oder großflächigen Schadenslagen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Zusätzlich zu den praxisorientierten Vorteilen der Kreisleitstelle im FRZ sind die baulichen Planungen bereits im vollen Gange. Mit dem Wegfall des Kreisleitstellenmoduls im Bauplan würden bisherige Planungen obsolet und müssten entsprechend angepasst werden. Daran hängen auch Ausschreibungen, Genehmigungen und Förderanträge. Es wäre mit einer Verzögerung in der Fertigstellung von etwa einem Jahr zu rechnen. Der Spatenstich für das FRZ war bereits im Dezember 2025.

Nachdem das Thema im Gesundheitsausschuss diskutiert wurde, wird es als nächstes im Kreisausschuss am 23. Februar behandelt.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

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