17. September 2026 / lokalnachrichten kreis gütersloh

Anzahl sexuell übertragbarer Krankheiten im Kreis Gütersloh gesunken

Infektionen verursachen häufig keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt

Die Zahl sexuell übertragbarer Krankheiten (STI) ist im Kreis Gütersloh mit 556 Fällen gesunken. Foto: AOK/Colourbox/hfr.
Veröffentlicht am 17. September 2026 um 09:27 Uhr

Die Zahl sexuell übertragbarer Krankheiten (STI) ist im Kreis Gütersloh mit 556 Fällen gesunken. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Kreis Gütersloh, 17.09.2026. Die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI, Sexually Transmitted Infections) im Kreis Gütersloh ist im Jahr 2025 gesunken. Insgesamt wurden 556 Fälle verzeichnet und damit 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr (601 Fälle). Das teilte die AOK NordWest heute auf Basis einer aktuellen Auswertung mit. Die Ausbreitung von STI kann durch Aufklärung und geeignete Präventionsmaßnahmen deutlich reduziert werden. „Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Einige bakterielle STI sind heilbar, während virale Infektionen wie HIV nicht heilbar, aber gut behandelbar sind. Das setzt voraus, dass bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht wird. Oft verursachen sexuell übertragbare Infektionen keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

STI: Häufigkeiten, Anzeichen und Folgeschäden

Am häufigsten wurden im Jahr 2025 bei den STI die anogenitalen (venerischen) Warzen und akute Virushepatitis B diagnostiziert, gefolgt von Herpes Simplex, HIV und Chlamydien. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden, Juckreiz, Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen. „Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Wehmhöner.

Prävention verhindert Infektion

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Infektionen ist es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die jeweiligen Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ sagt Wehmhöner weiter.

HP-Viren sind auch Männersache

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI, die anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen), sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen insbesondere HPV6 und 11. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren verursachen. Doch das Thema ist keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind HPV infiziert. Deshalb können sie nicht nur das Virus übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Empfehlung zur Impfung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren.

Früherkennung und Impfung nutzen

Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal im Abstand von fünf bis dreizehn Monaten geimpft. Sollte über das Alter von 14 Jahren hinaus noch Bedarf an Nachholungen von Impfungen bestehen, übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte bei Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bei Frauen und Männern ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen des 500-EUR-Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten der HPV-Impfung.

Mehr Informationen zur Früherkennung gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter www.liebesleben.de.

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