2. Dezember 2022 / Aus aller Welt

Twitter sperrt Kanye West erneut

Weiter Wirbel um Kanye West: Erneut soll der Rapper sich antisemitisch geäußert haben, sorgt damit für Schock und harsche Kritik - und erntet Konsequenzen.

Der Wirbel um Kanye West reißt nicht ab.
Veröffentlicht am 2. Dezember 2022 um 18:14 Uhr

Wegen seiner antisemitischen Äußerungen wurde Rapper Kanye West zuletzt häufig kritisiert - nun ist der Twitter-Account des Musikers erneut gesperrt worden. «Ich habe mein Bestes versucht. Trotzdem hat er erneut gegen unsere Richtlinien gegen Anstiftung zur Gewalt verstoßen. Der Account wird suspendiert», schrieb Twitter-Boss Elon Musk am Freitag. Laut Medienberichten bezieht sich Musk dabei auf einen mittlerweile gelöschten Tweet von West. Der 45-Jährige soll darin das Bild einer Swastika (Hakenkreuz) verbreitet haben.

West sorgte zudem mit Sympathiebekundungen für Adolf Hitler für Kritik, die er laut Medienberichten in einer Show auf der rechten Webseite Infowars geäußert haben soll. Im Netz ist das Video der Sendung von US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones zu sehen - angeblich mit Kanye West. Angeblich, denn das Gesicht ist wegen einer strumpfartigen Maske nicht zu erkennen. Die Vereinigung Republican Jewish Coalition sprach auf Twitter nach der Show von «einer schrecklichen Jauchegrube gefährlichen, bigotten Judenhasses».

Der Parler-Deal ist geplatzt

Zudem wurde bekannt, dass West die vor allem bei Anhängern von Ex-Präsident Donald Trump populäre Twitter-Alternative Parler nun doch nicht kaufen wird. «Parlement Technologies möchte hiermit bestätigen, dass das Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen mit Ye die Pläne zum Verkauf von Parler beendet hat. Diese Entscheidung wurde im Interesse beider Parteien Mitte November getroffen», teilte das Unternehmen, zu dem Parler gehört, am Donnerstag auf einem nicht-verifizierten Twitter-Account mit. Zahlreiche US-Medien zitierten zudem eine Sprecherin des Unternehmens, die den Inhalt des Tweets bestätigte.

Im Oktober hatte es noch geheißen, der Verkauf solle noch in diesem Jahr abgewickelt werden. Nähere Details etwa zum Preis teilte das Unternehmen damals nicht mit. Parler bezeichnet sich als eine auf Redefreiheit ausgerichtete Online-Plattform. Der noch vergleichsweise kleine Dienst war als eine Art Twitter-Kopie gestartet, auf der alles erlaubt war. Weil Beiträge entdeckt wurden, die unter anderem zu Gewalt gegen konkrete Personen aufriefen und den Nationalsozialismus verherrlichten, war Parler zeitweise aus Apples App Store entfernt worden.

Die aktuellen Fälle stehen in einer Reihe ähnlicher Vorfälle um den Rapper, der sich mittlerweile Ye nennt. So hatte jüngst der Sportartikelhersteller Adidas die Partnerschaft mit West wegen dessen antisemitischen Äußerungen beendet. Auch bei Twitter war West schon einmal gesperrt worden. Musk schrieb damals, er habe mit West gesprochen «und meine Besorgnis über seinen jüngsten Tweet ausgedrückt - die er, glaube ich, sich zu Herzen genommen hat».


Picture credit: © Ashley Landis/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
US-Medien: Schreiben behauptet Tod vermisster Nancy Guthrie
Aus aller Welt

Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.

weiterlesen...
Die Kinder der Flut: «Dieses Wasser und die ganzen Schreie»
Aus aller Welt

Eine Nacht voller Angst, danach zerstörte Zuhause und Spielplätze: Kinder aus dem Ahrtal erzählen, wie die Flut ihr Leben bis heute prägt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Behindertenbeauftragter: Vielerorts gehen Aufzüge oft nicht
Aus aller Welt

Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.

weiterlesen...
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Aus aller Welt

Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Behindertenbeauftragter: Vielerorts gehen Aufzüge oft nicht
Aus aller Welt

Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.

weiterlesen...
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Aus aller Welt

Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.

weiterlesen...