18. April 2022 / Aus aller Welt

Tropensturm auf Philippinen: Vermisstensuche bleibt riskant

Seit mehr als einer Woche kämpfen sich Retter auf den Philippinen durch Schlamm und Erdmassen. Sie hoffen, nach Tropensturm «Megi» noch Überlebende zu finden. Aber die Arbeiten sind riskant.

Überschwemmte Gebiete in den Provinzen Capiz und Iloilo.
Veröffentlicht am 18. April 2022 um 08:37 Uhr

Die Zahl der Toten nach dem ersten Tropensturm dieses Jahres auf den Philippinen ist Behörden zufolge mittlerweile auf 172 gestiegen.

Mindestens 170 Menschen galten rund eine Woche nach dem Sturm «Megi» noch als vermisst, wie der nationale Katastrophenschutz des südostasiatischen Inselstaates am Montag mitteilte. Jedoch gab es Überlegungen, die Sucharbeiten wegen der großen Gefahren in den von Erdrutschen betroffenen Gebieten in der Provinz Leyte vorübergehend auszusetzen.

«Experten sind besorgt um die Sicherheit der Such- und Rettungsteams, weil der Boden noch immer nachgibt», sagte Mark Timbal, ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Obwohl seit den Erdrutschen schon viele Tage vergangen seien, gebe es aber immer noch Hoffnung, Verschüttete lebend zu finden.

Allein in Baybay City und dem nahe gelegenen Abuyog etwa 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila kamen der Behörde zufolge 156 Menschen ums Leben. Tropensturm «Megi», auf den Philippinen «Agaton» genannt, war am 10. April mit Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde an der Ostküste auf Land getroffen.

Starke Regenfälle hatten Erdrutsche ausgelöst, die auf Dörfer stürzten und Dutzende Häuser unter sich begruben. Mehr als zwei Millionen Menschen in 30 Provinzen waren von «Megi» betroffen, gut 200.000 Bürger suchten in Evakuierungszentren Schutz. Die Schäden an Häusern sowie in der Landwirtschaft und an der öffentlichen Infrastruktur schätzte der Katastrophenschutz am Wochenende auf umgerechnet mehr als 4,6 Millionen Euro.

Der Inselstaat wird jedes Jahr von durchschnittlich etwa 20 Taifunen heimgesucht. Der bisher schlimmste Sturm «Haiyan» hatte im November 2013 mehr als 6300 Menschen das Leben gekostet.


Bildnachweis: © Office of Civil Defence/dpa
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