7. Juli 2022 / Aus aller Welt

Wetterdienst geht von trockeneren Sommern aus

Weniger Regen im Winter, trockene Sommer: Das Wetter in Europa könnte sich zukünftig noch weiter verändern. Vor allem das Ausmaß der globalen Erwärmung spielt hier eine wichtige Rolle.

Zu wenig Regen: In vielen Teilen Europas könnte es trockener werden.
Veröffentlicht am 7. Juli 2022 um 04:18 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht in einer Klimastudie zur Trockenheit in Europa davon aus, dass trockene Sommer, aber auch Niederschlagsmangel im Winter künftig das Wetterbild in Teilen des Kontinents prägen können.

Langfristig nehmen je nach Ausmaß der zukünftigen globalen Erwärmung die Niederschläge im Mittelmeerraum ab, hieß es in der Studie. Im Sommer bestehe für die Zukunft die Gefahr verstärkter Trockenheit auch in Mittel- und vor allem Westeuropa.

Trockenheit in Europa

Zur Entwicklung in diesem Jahr erklärten die DWD-Klimatologen, seit dem Frühjahr sei in Europa eine ausgedehnte Trockenheit mit zum Teil bedeutenden Auswirkungen auf die Wasserstände und die Landwirtschaft sowie Einschränkungen bei der Wassernutzung verzeichnet worden. Einige Teile Europas, darunter Norditalien, waren auch im Winter trocken. In der zentralen Mittelmeerregion war das Frühjahr das vierttrockenste seit 1901, in Deutschland waren fast alle Frühjahre seit 2009 zu trocken. Auch in den kommenden drei Monaten könne in großen Teilen Europas Trockenheit auftreten.

Ein Niederschlagsdefizit zeichnet sich der Studie zufolge fast in allen der elf untersuchten Regionen Europas ab. Lediglich das Baltikum und Skandinavien hatten nicht zu wenig Niederschläge in den vergangenen Monaten. In der derzeit von schwerer Dürre geplagten norditalienischen Po-Ebene hingegen waren die Niederschlagsmengen seit August 2021 mit Ausnahme des Novembers 2021 unterdurchschnittlich. Die höchsten Niederschlagsmengen fallen in dieser Region zwischen Mai und November. Seit August 2021 brachten fünf dieser sonst niederschlagsreichen Monate jedoch nur zwischen 50 und 75 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen, hieß es.

Unterdurchschnittliche Niederschläge

Auch in Mitteleuropa waren die Niederschläge seit dem vergangenen September unterdurchschnittlich - einzige Ausnahme war der Februar 2022. Insbesondere der März 2022 sei außergewöhnlich trocken gewesen und habe nur rund ein Drittel der üblichen Niederschlagsmengen gebracht, hieß es.

In den kommenden drei Monaten dürfte es ersten Berechnungen zufolge in weiten Teilen Europas erneut trockener werden als im langjährigen Mittel der Vergleichsperiode 1991 bis 2020, hieß es.


Bildnachweis: © Daniel Vogl/dpa
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