Aus einvernehmlichem Sex kann ein Verbrechen werden, wenn das Kondom gegen den Willen des Partners heimlich weggelassen oder abgezogen wird. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Beschluss ausgeführt und sich damit erstmals ausführlich zum Phänomen des «Stealthing» (Engl: stealth - Heimlichkeit) geäußert. Dabei täuschen Männer ihrer Sexpartnerin oder ihrem Sexpartner vor, ein Kondom zu nutzen. Im konkreten Fall hatte ein IT-Fachmann in seinem Schlafzimmer ein Kondom aus der Verpackung geholt und so getan, als würde er es benutzen. Die Frau drehte sich um und sah deswegen nicht, dass er es doch nicht übergestreift hatte. Ungeschützter Geschlechtsverkehr wäre für sie aber nicht in Frage gekommen, gab sie später glaubhaft zu Protokoll. Das Düsseldorfer Landgericht habe dies zu Recht als sexuellen Übergriff gewertet, befand der BGH. Es spiele dabei auch keine Rolle, dass die Frau unmittelbar davor ungeschützten Oralverkehr mit dem Mann hatte. Es wäre sogar eine Verurteilung wegen Vergewaltigung in Frage gekommen, erläuterte ein BGH-Sprecher am Mittwoch. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil des Landgerichts trotzdem auf, aber wegen eines Formfehlers an anderer Stelle: Das Landgericht habe es versäumt, dem Mann einen notwendigen rechtlichen Hinweis zu erteilen. Das Landgericht hatte den intensiven Nutzer von Dating-Portalen wegen mehrerer Sexualdelikte zu drei Jahren Haft verurteilt. Nun muss der Fall in Düsseldorf neu verhandelt werden.
Bildnachweis: © Friso Gentsch/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Heimliches Weglassen des Kondoms kann Vergewaltigung sein
Ist das Vortäuschen, ein Kondom zu benutzen, es dann aber eben nicht zu tun, ein Verbrechen? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich erstmals ausführlich zum Phänomen des «Stealthing» geäußert.
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
- 16. August 2026
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.
Neueste Artikel
- 4. September 2026
45,7 Grad: Spaniens heißester Tag seit Jahresbeginn
Mit 45,7 Grad meldet Spanien die Einstellung eines Hitzerekords für September. Der Wert wurde in Andalusien gemessen. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen ungewöhnlich hoch bleiben.
- 4. September 2026
FBI setzt deutschen Betrüger auf «Most Wanted»-Liste
Jahrelang hatte ein Deutscher seine Opfer in den USA zu Investitionen in vermeintliche Technologie überredet. Mit dem gesammelten Geld hatte er allerdings laut FBI andere Ziele im Kopf.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 4. September 2026
45,7 Grad: Spaniens heißester Tag seit Jahresbeginn
Mit 45,7 Grad meldet Spanien die Einstellung eines Hitzerekords für September. Der Wert wurde in Andalusien gemessen. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen ungewöhnlich hoch bleiben.
- 4. September 2026
FBI setzt deutschen Betrüger auf «Most Wanted»-Liste
Jahrelang hatte ein Deutscher seine Opfer in den USA zu Investitionen in vermeintliche Technologie überredet. Mit dem gesammelten Geld hatte er allerdings laut FBI andere Ziele im Kopf.

